Zum Nachdenken

Wie lange noch?

„Wie lange noch?“ - Kinder stellen diese Frage, wenn sie mit den Eltern unterwegs sind. Als Erwachsene stellen wir sie vielleicht, wenn wir riechen, dass etwas Leckeres im Backofen ist.
„Wie lange noch?“ Als Adventisten stellen wir uns diese Frage immer wieder, denn wir warten auf Jesu Kommen.
Wir warten mehr als 150 Jahre und Jesus ist immer noch nicht wiedergekommen. Wie lange noch? Wie lange noch gibt es Ungerechtigkeit? Wie lange noch verhungern Kinder? Wie lange noch wüten Kriege und sterben Unschuldige?
Wir sehnen uns nach der versprochenen neuen Erde, wo Gerechtigkeit und Liebe herrschen werden, und wir wünschen uns, dass Jesus so schnell wie möglich sein Reich aufbaut. Und angesichts solcher Hoffnung kann man tatsächlich ungeduldig werden.
In Jakobus 5,7 (NL) heißt es: „Habt Geduld, während ihr auf die Wiederkehr des Herrn wartet! Denkt an die Bauern, die im Herbst und im Frühling eifrig nach Regen Ausschau halten. Geduldig warten sie darauf, dass die Ernte heranreift.“
Bauern müssen vertrauen und hoffen, dass das Wetter eine gute Ernte begünstigt. Sie können das Wetter nicht beeinflussen, sondern nur geduldig abwarten. Uns als Christen geht es ähnlich. Auch wenn wir den Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu nicht wissen, haben wir doch die Gewissheit, dass unser Herr kommt! Gott schenke uns die nötige Geduld in der Zwischenzeit! Amen.

Ilian Kelm


Gute Worte tun mir gut

Wie geht es dir, wenn dir jemand wohlwollend begegnet und gute Worte für dich hat? Ich denke, dass jeder sich darüber freut, wenn er ermutigende, freundliche und gute Worte hört.
In der Bibel lesen wir: „Ein guter Mensch spricht gute Worte aus einem guten Herzen“ Mt 12,35 (Neues Leben Bibel).
Gute Worte sprechen gute Menschen ganz natürlich aus. Sie kommen von Herzen. In der genauen Elberfelder Übersetzung wird diese Stelle folgendermaßen wiedergegeben: „Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor“.
Ich habe mich gefragt, was für einen Schatz ich in mir trage? Ist es ein guter Schatz?
Im folgenden Kapitel des Matthäusevangeliums wird Gottes Reich mit einem Schatz verglichen, der wertvoller ist als alle Schätze dieser Welt. (Mt 13,44)
Bereits im Alten Testament steht: „Die Furcht des HERRN, sie wird sein Schatz sein“ (Jes 33,6). Der Schatz, von dem die Bibel spricht, hat immer mit Gott und seinem Reich zu tun. Er macht uns reich, er schenkt uns die Güte in unseren Herzen und daraus kommen gute Worte für unsere Mitmenschen.
Gott schenke uns diese Güte und das Wohlwollen und mache uns zu Menschen, die das Gute auch durch ihre Worte verbreiten.

Ilian Kelm


Blick nach vorn

Das Jahr 2018 beginnt. Ein neues Jahr ist auch eine neue Chance, sich neue Ziele und die richtigen Prioritäten zu setzen. Wo möchte ich im neuen Jahr hin? Was wollen wir als Gemeinde im neuen Jahr erreichen? Was möchte Gott, dass wir anstreben?
Apostel Paulus bekennt an dieser Stelle: „Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“ (Phil. 3,13-14)
Die Bibel sagt uns nicht, dass wir alles Bisherige vergessen müssen. Gute Erfahrungen und schöne Erinnerungen dürfen und sollen wir in unserem Herzen aufbewahren und daraus Kraft schöpfen. Aber wir sollen das Negative der letzten Tage, Monate, vielleicht Jahre, das uns belastet, vergessen oder vergeben.
Wir sind manchmal entmutigt und erschöpft und verlieren das Ziel aus den Augen. Gott lädt uns ein, den Blick nach vorn zu wagen und Jesu Beispiel zu folgen. Er möchte uns persönlich und als Gemeinde ans Ziel bringen.
Gott will uns im neuen Jahr segnen und führen. Verlieren wir sein Ziel nicht aus den Augen! Lasst uns auf Jesus schauen und seinen Verheißungen für die Zukunft vertrauen. Mit Seiner Hilfe werden wir den „Siegespreis“ gewinnen!

Ilian Kelm

Freiheit

Nicht das Beliebige,
sondern das Rechte tun und wagen,
nicht im Möglichen schweben,
das Wirkliche tapfer ergreifen,
nicht in der Flucht der Gedanken,
allein in der Tat ist die Freiheit.
Gehorsam weiß, was gut ist, und tut es.
Die Freiheit wagt zu handeln
und stellt das Urteil über Gut und Böse Gott anheim.
Gehorsam folgt blind,
Freiheit hat offene Augen.
Gehorsam handelt ohne zu fragen,
Freiheit fragt nach dem Sinn.
Gehorsam hat gebundene Hände,
Freiheit ist schöpferisch.
Im Gehorsam befolgt der Mensch die Gebote Gottes,
in der Freiheit schafft der Mensch neue Gebote.
In der Verantwortung realisiert sich beides,
Gehorsam und Freiheit.

Dietrich Bonhoeffer



Hoffnung motiviert

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Diesen Spruch kennen wir gut und er zeigt, dass wir ohne Hoffnung nicht leben können. Aber was ist eigentlich Hoffnung? Nur eine wage Vermutung oder doch mehr?

In einem Bibel-Lexikon habe ich gelesen:
„Hoffnung bedeutet, auf etwas zu warten, was noch nicht geschehen ist, aber in Gottes Wort ausdrücklich verheißen ist“
In der Bibel finden wir viele Verheißungen Gottes, die uns eine Hoffnung geben, die uns trägt und wir weitergeben dürfen.
In
Psalm 78,7
lesen wir: die Nachkommen lernten…, dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung und nicht vergäßen die Taten Gottes, sondern seine Gebote hielten. Das Volk Gottes hat Wunder erlebt, wenn es seine Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt hat. Diese Hoffnung haben sie ihren Kindern weitergegeben. Wie ist es heute? Manchmal macht sich Pessimismus und Schwarzmalerei breit. Es gibt vieles, was Angst anstatt Hoffnung schürt.

Die Bibel berichtet uns von den wunderbaren und liebevollen Taten unseres Gottes in der Vergangenheit. Sie macht uns auch Hoffnung durch die Osterbotschaft der Auferstehung Jesu nach dem Tod und für die Zukunft durch die Verheißung der Wiederkunft. Diese Hoffnung motiviert mich, Gott zu vertrauen und seinen Willen zu tun, fröhlich und gelassen zu leben und seine Gebote zu befolgen. Diese Hoffnung trägt uns, bis unser Herr wiederkommt. Gott möge die Hoffnung in unseren Herzen heute und weiterhin lebendig halten!

Ilian Kelm

Beziehung vs. Leistung

von Ilian Kelm

Wir leben in einer leistungsorientierte Zeit. Alles muss optimal, kreativ und möglichst schnell erledigt sein. Wir versuchen den Anforderungen gerecht zu werden, boxen uns durch. Oft allein.
Doch wir merken auch, dass wir an unsere Grenzen kommen und eben nicht alles so schaffen. Wir funktionieren nicht so wie eine Maschine und manchmal geht uns auch die Puste aus. Das frustriert.

Dieses Leistungsdenken übertragen wir manchmal auf den Glauben und die Gemeinde. Und auch hier machen wir die bittere Erfahrung, dass all unsere Anstrengungen nicht reichen, es auch Misserfolg und Enttäuschung gibt.
Deswegen sagt Jesus: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Joh 15,5).

Manchmal verlieren wir aus den Augen, wo die Quelle der Kraft für Veränderung ist – nicht bei uns, sondern bei Jesus Christus. Allein durch die tägliche Beziehung zu ihm bekommen wir Kraft, wachsen wir, bringen wir Frucht. Nur durch seine Führung können wir anderen Menschen helfen, im Glauben an Gott Sinn, Halt und Hoffnung zu finden. Gott kann das, was wir nicht können!
Lasst uns bewusst mehr Zeit für Jesus und sein Wort nehmen, an ihm bleiben und uns von ihm verändern lassen. Nur dann können wir wachsen und gedeihen – persönlich und als Gemeinde.

Gott, unsere Zuflucht

von Ilian Kelm

Ich spreche manchmal mit Menschen, die durch persönliche Schicksalsschläge den Boden unter den Füßen verloren haben, oder mit Menschen, die durch die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen stark verunsichert sind. In solch einem Moment braucht jeder etwas, was ihm Halt gibt.

Der Psalmschreiber sagt über Gott (Ps 62,3 NGÜ):
„Er ist mein Fels und meine Rettung,
ja, er ist meine sichere Festung.
Dank seiner Hilfe
werde ich nicht zu Fall kommen.“

Dieses Bekenntnis war seine persönliche Erfahrung, die ich für mein Leben auch bestätigen kann. Wenn alles um uns herum wackelt, wenn uns Hiobsbotschaften erreichen und gesellschaftliche Ereignisse verunsichern, dürfen wir erfahren: Gott ist unsere Zuflucht und ein sicheres Fundament.
Auch wenn die Erde buchstäblich bebt, so wie das in Italien erst kürzlich der Fall war, bleibt Gott unser Fels und unsere Rettung. Auch wenn in anderen Staaten Menschen an der Macht sind, die uns Angst machen, sind wir in Gottes Hand. Auch der Tod kann uns seiner Hand nicht entreißen.
Wir sind bei Gott wie in einer sicheren Burg, wie in einer Festung gegen die Bedrohungen dieser Welt. Leid und Tod werden uns nicht erspart bleiben. Aber wir dürfen uns trotzdem in Gottes Hand fallen und von ihm tragen lassen.
Egal was in unserer Welt passiert, kann uns nichts von der Liebe Gottes trennen (siehe Römer 8,35). Jesus wird bald wiederkommen, um unsere Rettung zu vollenden und uns in sein sicheres Zuhause zu bringen. Danke, Gott, dafür!

Der ist reich, ...

„Der ist reich, dem das Leben die Abschiede schwer machte …“

...sagte mal der österreichische Lyriker Alfred Grünewald (1884-1942). Auch wenn es nicht leicht fällt es zuzugeben, so hat er doch recht.
Ein schmerzlicher Abschied ist ein Hinweis darauf, dass das, was man hatte, dem eigenen Herzen nahe ist und man es nur ungern hergibt. Wenn man etwas vermisst, so ist das ein Zeichen dafür, dass man dadurch wahrlich reich beschenkt wurde.
In Matthäus 6,20 sagt Jesus: „Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da wo sie weder Motten noch Rost fressen und die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.“ Mit Sicherheit hat Jesus hier das jenseitige Leben im Blick. Gleichzeitig ist für mich das Suchen nach dem Schatz im Herzen auch etwas äußerst diesseitiges. Fernab von materiellen Schätzen ist der immaterielle Reichtum vor Allem in Beziehungen zu finden: das bedeutet in Freundschaften, Güte, Freundlichkeit und Gemeinschaft. Obwohl dieser Reichtum zutiefst real ist, so können ihn keine äußeren Umstände verrotten lassen noch ihn stehlen.
Durch Abschiede - die zum Leben dazu gehören, genauso wie die Luft, die wir atmen - bietet sich die großartige Gelegenheit immer wieder neu zu entdecken, was wirklich wichtig war und auch weiterhin sein wird.
Ich stelle fest: Wir sind unglaublich reich beschenkt worden! Danke!
Dario Sarcevic

Getragen sein

“Voll Zuversicht hoffte ich auf den Herrn, und er wandte sich mir zu und hörte meinen Hilfeschrei. Ich war in eine verzweifelte Lage geraten - wie jemand, der bis zum Hals in einer Grube voller Schlamm und Kot steckt! Aber er hat mich herausgezogen und auf festen Grund gestellt. Jetzt haben meine Füße wieder sicheren Halt. (Psalm 40,2-3)

Max Lucado erzählt wie er bei einem Wanderausflug mit seiner Familie eine beeindruckende Erfahrung gemacht hatte. Die Wanderroute in den Bergen von Colorado war alles andere als einfach. Mit jedem Schritt wurde es anstrengender und erinnerte einen daran, dass die Luft aber nicht die Taille dünn war. Noch schwieriger wurde es, als die vierjährige Tochter bereits nach wenigen Minuten hingefallen war und sich das Knie aufgeschürft hatte. Sie fürchtete sich von da an vor jedem Schritt und wollte nicht mehr weiter gehen. Den Eltern blieb nichts weiter übrig als sie abwechselnd zu tragen, was die Anstrengung nur noch größer machte.
Endlich, nach mehreren Stunden, kamen sie am Gipfel an. Die Familie rastete eine Stunde, sie machten gemeinsam Fotos und genossen den wunderbaren Ausblick. Auf dem Rückweg schließlich sagte die Tochter etwas ganz erstaunliches: “Ich habe es geschafft!” verkündete sich stolz. Der Vater musste schmunzeln und dachte: “Nein, hast du nicht. Wir haben es geschafft. Wir haben dich getragen. Nicht du!” Aber er sagte nicht zu ihr, denn ihm ist in dem Moment bewusst geworden, dass er eine ähnliche Sonderbehandlung bekommt. Manchmal glauben wir, wir meistern das Leben aus eigener Kraft. In Wirklichkeit aber werden wir getragen. Wir stürzen. Es tut weh. Manchmal wollen wir nicht weiter. Aber wir haben einen Gott, der möchte, dass wir unser Ziel erreichen. Und selbst wenn wir nicht mehr können oder meckern, wird er nicht ungeduldig, sondern er trägt uns und stellt unsere Füße auf festen Grund!

Ein Garten in 7 Minuten

Die Jahreslosung unserer Freikirche für 2016 lautet:
“Dein Reich komme.” (Mat 6,10).
Was kann das bedeuten?


Ein Busfahrer hatte an der Endstation seiner Fahrt-route immer genau sieben Minuten Aufenthalt in einem ziemlich runtergekommenen Stadtteil. Während er darauf wartete, seine Tour wieder zu beginnen, erblickte er ein unbebautes Grundstück, auf dem Müll und Gerümpel überall verstreut lagen. Jeden Tag schaute der Busfahrer auf diesen verkommenen Platz. Eines Tage fasste er einen Entschluss: Etwas musste gegen diesen hässlichen Anblick unternommen werden. Er stieg aus dem Bus und begann große Müllsäcke mit Gerümpel zu füllen. Sieben Minuten später machte er sich wieder auf den Weg. Das wurde für ihn zu einer alltäglichen Routine. Er stellte den Bus ab, stieg aus und begann, das Grundstück sauber zu machen.

Nach und nach fiel den Leuten in der Nachbarschaft die Veränderung auf. Als der Busfahrer den Müll und Schmutz beseitigt hatte, brachte er Blumenerde und Samen zu dem Grundstück und begann einen Garten anzulegen. Als die Leute in der Zeitung davon lasen, fuhren viele mit dem Bus extra zur Endhaltestelle. Einige halfen dem Busfahrer bei der Gartenarbeit. Andere freuten sich einfach an dem schönen Anblick. Sieben Minuten am Tag waren genug, um einen ganzen Stadtteil zu inspirieren und zu verändern.

Auch wenn es noch nicht da ist, so kann das Reich Gottes auch bei uns “aufblitzen”, indem wir unser Umfeld inspirieren und verändern, indem wir die Menschen und uns gegenseitig unterstützen und Hoffnung geben. Gottes Segen dazu ist uns gewiss. Alles Gute für 2016!

Hinsehen - Mitfühlen - Helfen, Lk 10.25-37

Auf Deutschlands Straßen machte man folgendes Experiment: Man stellte einen schweren Verkehrsunfall nach und beobachtete das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer. Ergebnis: Nur sehr wenige Autofahrer hielten an, um erste Hilfe zu leisten. Die meisten fuhren vorbei. Vielleicht, weil sie sich fragten: „Was wird mir begegnen – Blut, Schmerzen, Leid, Tod? Werde ich dem gewachsen sein? Bin ich in der Lage, wirklich zu helfen? Was wird aus meinem dringenden Termin? Bringe ich mich selbst in Gefahr? Es wird schon ein anderer anhalten – hoffentlich!!!“ Der Fuß bleibt fest auf dem Gaspedal. Noch lange wird diese Fahrer ihr schlechtes Gewissen plagen, ebenso wie den Levit und den Priester in der Geschichte, die Jesus erzählt. Denn sie hatten es genauso gemacht. Zum Vorbild wurde ein anderer: ein Samariter, der zu einer verachteten Bevölkerungsschicht gehörte. Keiner hätte diese Courage von ihm erwartet. Die so genannten “Anständigen” rümpfen angewidert die Nase. Doch der Samariter sieht hin, er fühlt mit und leistet Hilfe: er hat den Mut um hinzusehen, das Herz um mitzufühlen und die Entschlossenheit zu helfen. Das ist die Liebe, die Gott uns Menschen nicht nur entgegengebracht hat, sondern auch jeden einlädt, sie zu praktizieren.